LGBT ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender, also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Es geht also einerseits um die sexuelle Orientierung (LGB) anderseits um die Geschlechtsidentität (T)

In den 1990ern wurde es üblich, von „gay, lesbian, bisexual and transgender people“ oder „Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern“ zu sprechen. Da die oftmalige Aufzählung aller sexuellen Minderheiten sehr langatmig ist, wurde Mitte der 1990er das erweiterte Akronym „LGBT“ üblich und hat sich recht schnell bis zur heutigen Verwendung durch Vereine und Organisationen verbreitet. Je nach Ausgangslage können Zeichen weggelassen oder hinzugefügt werden. Häufig steht I für Intersexuelle, Q für Queers oder Questionable (fragliche), A für Asexuelle.

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Begriff Drittes Geschlecht als Sammelbegriff für Menschen, die von heteronormativen Regeln abweichen, verwendet. Beginnend mit Magnus Hirschfeld und vor allem ab Ende der 1940er wurde in der Wissenschaft immer mehr zwischen Homo- und Transsexualität unterschieden, und der Begriff Drittes Geschlecht wurde aufgegeben. Besonders seit Stonewall, den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizeikräften und Homosexuellen und Trans* in New York im Jahr 1969 verwendeten progressivere Kreise die ursprünglich negativ gemeinten Begriffe gay oder schwul mit verstärktem Selbstbewusstsein.

Durch die stärkere Zusammenarbeit der Schwulenbewegung mit der Lesbenbewegung, die auch stark mit der Frauenbewegung verknüpft ist, wurde Homosexualität als eigene Identität angesehen und eingefordert , und es wurden immer mehr die Wortfolgen „Schwule und Lesben“, „schwul-lesbisch“ oder „gay and lesbian“ verwendet, um klarzustellen, dass auch lesbische Belange gemeint sind. In den 1970ern begann sich die Bi-Bewegung zu emanzipieren und forderte, als eigenständige Gruppe betrachtet zu werden, wollte aber teilweise mit den schon etablierten Verbänden zusammenarbeiten. Durch die herrschende Heteronormativität wurden Bisexuelle oft als Schwule und Lesben angesehen. Andererseits gab und gibt  es Differenzen, da sich Lesben und Schwule oft schwer tun Bisexuelle zu akzeptieren und ihnen Feigheit vor einem Coming-out und damit manchmal sogar den Verrat an der Bewegung vorwerfen

Zu Trans* und auch Intersexuellen  ist eine direkte Verbindung nicht augenfällig, da es sich dabei um eine Frage der Geschlechtsidentität und nicht um eine sexuelle Orientierung handelt. Unter anderem die Verbreitung von Ideen aus der Queer-Theory und die Genderforschung führten dazu, dass die Communities sich wieder näher kamen.

Teile der Transgender und Intersexuellen kritisieren immer wieder, dass sie vereinnahmt werden durch die häufige Verwendung von LGBT als Synonym für lesbisch-schwul, denn Transgender können auch eine heterosexuelle Orientierung haben. Andere Transgender argumentieren allerdings gerade für LGBT, da sie sich als marginalisierter Teil einer gemeinsamen Bewegung oder Szene begreifen.In jüngerer Zeit wird auch das im englischen Sprachraum  ursprünglich negativ konnotierte queer (dt. „seltsam“ oder „sonderbar“) als Synonym für LGBT  verwendet.

 

Geschlechtliche und sexuelle Minderheiten in Gesundheitsförderung und Prävention

„Die Strategie „Gesundheit2020″ des Bundesrates halt fest, dass grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen auf ein gesundes Leben und auf eine optimale Lebenserwartung haben sollen (EDI, 2013). Menschen sind im Verlauf ihrer Kindheit und Jugend durch Stigmatisierung ihrer Geschlechtsidentität bzw. sexuellen Orientierung von gewissen Suchterkrankungen, Depressionen und Suizidversuchen deutlich mehr betroffen als gleichaltrige heterosexuelle Cis-Menschen.“ (Gesundheitsförderung Schweiz, Faktenblatt 19).

Download Faktenblatt 19

 

Interessenvertretungen und Organisationen von LGBT in der Schweiz:

LOS Lesbenorganisation Schweiz   www.los.ch

PINK CROSS  Schweizerische Schwulenorganisation www.pinkcross.ch

TGNS Transgendernetwork Schweiz www.tgns.ch

Meldestelle für homo- und transphobe Gewalt www.lgbt-helpline.ch/