HIV/STI-Prävention und sexuelle Gesundheit im Migrationsbereich

Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) sowie sexueller Gewalt bei Migrant_innen aus Ländern mit hoher Prävalenz sowie bei HIV/STI-infizierten Migrant_innen und deren Partner_innen und Familien.

Die durch Migration ausgelösten psychosozialen und sozioökonomischen Belastungen, der unsichere Aufenthaltsstatus sowie ein fehlendes oder ungenügendes soziales Bezugsnetz werden als Ursachen des schlechteren Gesundheitszustandes vieler Migrant_innen und Asylsuchenden in der Schweiz genannt. Viele befinden sich in Lebensumständen, die ein konsequentes Schutzverhalten, eine Sensibilisierung für die eigene sexuelle Gesundheit oder die Motivation für einen HIV-Test in den Hintergrund rücken lassen. In vielen Ländern sind zudem Sexualität, gleichgeschlechtliche Liebe oder sexuelle Gewalt, HIV und Krankheit ein Tabuthema.

Die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbare Krankheiten (STI) ist eine unserer Kernaufgaben. Besondere Aufmerksamkeit benötigen Migrant_innen aus Ländern, in denen das HI-Virus stark verbreitet und das Wissen über Prävention, Infektion und Behandlungsmöglichkeiten oft nur lückenhaft vorhanden ist.

Wir führen Schulungen für Migrant_innen durch, in denen Grundlagen zu HIV/STI und sexueller Gesundheit vermittelt werden. Dies z.B. in Kursen für Asylsuchende oder nach Anfrage in Beratungsstellen im Migrationsbereich. Die Schulungen werden in der Regel nach Frauen-, Männer- und Sprachgruppen getrennt und mit Unterstützung von Übersetzer_innen in der jeweils benötigten Sprache durchgeführt.

Angebote für Fachpersonen im Asyl-, Migrations- und Integrationsbereich
Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen bietet für Fachpersonen im Migrationsbereich zudem Fachberatungen und Schulungen zu HIV/STI und sexueller Gesundheit im Migrationsbereich an.

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AfriTISCHE

Das Projekt Afri-Tische der AHSGA mit Frauen, aber auch Männern aus Hochprävalenzländern der Subsahara-Region existiert seit 4 Jahren und befasst sich spezifisch mit HIV/STI-Prävention, neu auch mit den Themen Homosexualität, Diskriminierung und Genitalbeschneidungen.

Entstanden ist AfriTISCHE aus den FemmesTISCHEN, einem lizenzierten nationalen, mehrfach preisgekrönten Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm. Dieses bringt mehrheitlich Frauen mit Zuwanderungsgeschichte zusammen, die sich in Diskussionsrunden im privaten oder institutionellen Rahmen und unter Anleitung einer Moderatorin mit Fragen zu Erziehung, Lebensalltag und Gesundheit auseinandersetzen. Es wird seit 1996 in zahlreichen Regionen der Schweiz sowie in anderen Ländern erfolgreich umgesetzt.

In der Ostschweiz wird es von der Caritas St. Gallen-Appenzell getragen und in Rapperswil-Jona, Wil, Gossau, Flawil, Uzwil, Wattwil, Rheintal, Appenzellerland und Rorschach angeboten. Femmes-Tische St.Gallen startete im Herbst 2008 auf Initiative von Ellen Glatzl mit dem ersten Treffen von Moderatorinnen und entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte. Ellen Glatzl leitet auch die AfriTISCHE der AHSGA.

Links

http://femmestische.ch/

http://www.caritas-stgallen.ch/p108001409.html