Wir sind ein Verein und nur zu etwa 60 Prozent staatlich finanziert. Wir sind auf Aktivmitglieder und GönnerInnen angewiesen. Im DIALOG-Blog werden Sie periodisch über die aktuellen Entwicklungen in der Präventionsarbeit informiert.

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Vorstand

Hanspeter Niggli Präsident
Prof. Dr. Pietro Vernazza Vizepräsident und Medizinische Fragen
Matthias Tischhauser Kassier und Vertreter Kanton Appenzell AR
Peter Steffen Pflege / MSM-Projekt
Peter Gugger Vertreter Kanton Appenzell AI
Bruno Bollhalder Netzwerk Schulen
Jacqueline Schneider Netzwerk Politik
Myshelle Baeriswyl Geschäftsleiterin (beratend)
OBT, St. Gallen Revisionsstelle

Patronat

Manuel Stahlberger, Liedermacher & Comiczeichner, SG
Marco Fritsche, Moderator & Kolumnist, AI
Andrea Caroni, Nationalrat FDP, AR
Martin Klöti, Regierungsrat FDP, SG
Erika Forster-Vannini, ehem. Ständerätin FDP, SG
Theres Engeler-Bisig, Kantonsrätin CVP, SG
Peter Greber, Ressortleiter SZB, SG
Fredy Huber, Rektor BWZ Toggenburg, SG
Marc König, Rektor Pädagogische Hochschule St. Gallen, SG.
Herbert Maeder, Fotograf, SG
Susanne Vincenz-Stauffacher, Rechtsanwältin, SG
Monika Wohler, Prof. FHS St. Gallen, SG

Leitbild

Der Verein und die Fachstelle wollen Menschen jeden Alters befähigen und unterstützen, ihre Sexualität verantwortungsvoll, gesund, lustvoll und sinnlich zu leben. In diesem Sinn positionieren wir uns im weiten Feld der Gesundheitsförderung mit Fokus sexuelle Gesundheit. Die AHSGA setzt sich bei allen Tätigkeiten zum Ziel, das solidarische Denken und Handeln gegenüber Menschen mit HIV zu fördern. Ein spezielles Augenmerk legen wir auf die Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten, indem wir Wissen und Einstellungen vermitteln, die sicheres Verhalten ermöglichen, unterstützen und bewahren. 

Leitprinzipien

Unsere Tätigkeit als Fachstelle für AIDS- und Sexualfragen stützt sich auf folgende vier Leitprinzipien: Menschlichkeit, theoriegestütztes methodisches Handeln, Fachlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Diese Leitprinzipien gelten sowohl für die Facharbeit als auch für die interne Organisation der Geschäftsstelle. Auf den gleichen Prinzipien ist auch die Qualitätspolitik der AHSGA aufgebaut. Diese Leitprinzipien zielen darauf ab, das gesamte fachliche Handeln auf Nachhaltigkeit auszurichten.

Menschlichkeit: wissen, was ethisch vertretbares Handeln ist
Unser professionelles Handeln im Themenbereich der Sexualität und der Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten geschieht in einem Feld, das von verschiedenen moralischen, ethischen und religiösen Positionen besetzt ist. Unsere ethische Leitlinie basiert deshalb bewusst nicht auf einer bestimmten weltanschaulichen Position, sondern auf Werthaltungen wie Selbstverantwortung, Mitmenschlichkeit und Sachbezogenheit.

Theoriegestütztes methodisches Handeln: wissen, was wirksam ist
Facharbeit im Bereich von Sexualpädagogik, sexueller Gesundheit und Prävention sexuell übertragbarer Infektionen mit besonderer Berücksichtigung von HIV/AIDS ist im Wesentlichen agogisches Handeln (siehe Anhang). Um die Qualität dieser Arbeit hoch zu halten und zu verbessern, aktualisieren wir unsere Kenntnisse laufend, analysieren unsere Methodik und Didaktik und überprüfen unsere Aktionen und Projekte. So haben wir Gewähr, dass unsere fachlichen Interventionen adäquate Antworten auf bestimmte Problemlagen sind.

Fachlichkeit: das zu tun, was angebracht ist
Im Feld von Sexualität und der Vermeidung sexuell übertragbarer Infektionen wird sowohl im medizinischen wie nicht-medizinischen Bereich geforscht. Die entsprechenden Studien bilden die Grundlagen, von denen wir unsere Aufgabenschwerpunkte, Aktionen und Projekte ableiten. Bei allen Tätigkeiten versuchen wir ein Optimum zwischen Tiefenwirkung (persönlich nachhaltiger Eindruck) und Breitenwirkung (grosse Zahl von Personen ansprechen) zu erreichen. Letztere erreichen wir am besten durch multiplikatorisches Handeln.

Wirtschaftlichkeit: was angebracht ist, wirtschaftlich erbringen
Die Dienstleistungen wirtschaftlich zu erbringen hat für uns drei Aspekte: Die Dienstleistungen professionell initialisieren und möglichst multiplikatorisch oder gezielt auf vulnerable Gruppen anlegen (mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielen). Die zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen hauptsächlich für die anvisierten Zielgruppen verwenden (mit wenig administrativem Aufwand intensiven direkten Kundenzugang erreichen). Alle Dienstleistungen soweit als möglich durch Selbstkostenanteile und Honorare weiter verrechnen (die Anspruchsgruppen verantwortlich einbeziehen).

Anforderungen und Ziele

Unsere Zielsetzungen begründet auch den Sinn unserer Arbeit. Sie besteht darin, Menschen zu befähigen, sexuelle Gesundheit möglichst souverän, verantwortungsvoll und selbst bestimmt leben zu können. Dies bedeutet gleichzeitig, gesundheitlich schädigendes Verhalten konsequent zu vermeiden. Dafür sind folgende Aspekte massgebend:

Kenntnisse über die eigene Sexualität und eine offene, direkte Information
Kenntnis über die eigene Sexualität kann sich nicht nur auf angelerntes Wissen abstützen. Es braucht auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen sexuellen Biografie. Das Erleben einer gesunden und persönlich lustvollen Sexualität ist nicht einfach gegeben, sondern erfordert eine kritische Auseinandersetzung mit den wesentlichen Beeinflussungsfaktoren in der sexuellen Sozialisation. Tabuisierungen und uneingestandene Bedürfnisse sind oft eine Quelle von riskantem Verhalten.

Wir setzen uns in unserer fachlichen Arbeit zum Ziel, die Kenntnisse über Sexualität in einer offenen und toleranten Gesprächsatmosphäre zu vermitteln. Unsere Angebote sollen den Kund_innen auch die Auseinandersetzung mit der eigenen sexuellen Biografie ermöglichen. Wir entwickeln und vermitteln entsprechende Arbeitsunterlagen, welche diesen Zielen dienlich sind.


Respekt und Akzeptanz unterschiedlicher sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten
Das Auftauchen von AIDS in den frühen Achtzigerjahren lenkte die öffentliche Aufmerksamkeit auf die verschiedenen sexuell übertragbaren Infektionen. AIDS wirkte wie ein Signallicht und beleuchtete verschiedene tabuisierte Zonen im Bereich der Sexualität, die es zu thematisieren glt. Da sich die Krankheit anfänglich sehr stark in homosexuellen Kreisen ausbreitete, verstärkte sich die öffentliche Auseinandersetzung mit Homosexualität und in der Folge auch mit den sexuellen Praktiken der Gesamtbevölkerung. Gesunde Sexualität bedeutet für ALLE das Akzeptieren der eigenen sexuellen Orientierung und der persönlichen sexuellen Vorlieben. Die Grenze dieses Freiraumes wird durch das Strafgesetzbuch abgesteckt.

Wir setzen uns in unserer Facharbeit dafür ein, dass die Akzeptanz und Gleichberechtigung aller sexuellen Orientierungen zunehmen, solange sie die Menschenwürde respektieren. Wir stellen uns jeglichen fundamentalistischen und einseitigen weltanschaulichen Positionen kritisch entgegen. Das Akzeptieren der eigenen sexuellen Orientierung und Vorlieben ist ein wichtiger Faktor positiver Selbstbestätigung. Nur auf dieser positiven Grundstimmung bekommt das konsequente Schutzverhalten eine tragfähige psychologische Basis. Angst führt zu keiner nachhaltigen Motivation für sicheres Verhalten.


Kenntnisse über sexuell übertragbaInfektionen
Seit die Bedeutung und Verbreitung verschiedener sexuell übertragbarer Infektionen gesamtschweizerisch und weltweit wieder zugenommen hat, sind Kenntnisse darüber lebenswichtig.

Wir setzen uns in der Facharbeit zum Ziel, fundierte Kenntnisse über diese Infektionen zu vermitteln und gleichzeitig über die verschiedenen Schutzmöglichkeiten zu informieren. Auf die HIV-Infektion wird dabei ein spezielles Augenmerk gelegt, weil sie besonders schwerwiegend verläuft.


Solidarisches Denken und Handeln gegenüber betroffenen Menschen
Seit dem Auftauchen von AIDS hat sich hinsichtlich Diskriminierung von Menschen mit HIV/AIDS zwar vieles verbessert, doch solidarisches Denken und Handeln ist sowohl im persönlichen Umfeld als auch in institutionellen Strukturen noch lange keine Selbstverständlichkeit.

Wir setzen uns bei allen Tätigkeiten zum Ziel, solidarisches Denken und Handeln gegenüber Menschen mit STI zu fördern. Wir wenden uns gegen kollektive Schuldzuweisungen und das Konstruieren von „Sündenböcken“ und unterstützen die betroffenen Menschen.

Aufgabengebiete

Sexuelle Gesundheit und die Vermeidung sexuell übertragbarer Infektionen fordert alle. Die Kernaufgaben unserer Fachstelle sind in den folgenden sechs Abschnitten umschrieben. Gleichzeitig stellen wir in jedem Aufgabengebiet klar, welche Rolle und Funktion wir jeweils im fachlichen Feld der Gesundheitsförderung einnehmen wollen. Bei der Eingrenzung der Aufgaben orientieren wir uns an zwei Kriterien: die Aktionen und Projekte müssen multiplikatorisch angelegt und/oder die Zielgruppe muss vulnerabel sein.


Beobachtung und Analyse

Wirksame Präventionsarbeit muss die gesellschaftlichen Entwicklungen und den Wertewandel im Bereich der Sexualität wachsam und kritisch beobachten. Sie muss zu einem möglichst frühen Zeitpunkt feststellen, welche persönlichen Einstellungen und gesellschaftlichen Bereiche  in Bezug auf das Schutzverhalten kritisch werden könnten und wie darauf zu antworten ist. Diese fachliche Beobachtung der Gesamtsituation stützt sich auf Studien, wissenschaftliche Untersuchungen und epidemiologische Daten, aber auch auf persönliche Analysen. Wir setzen uns zum Ziel, die Gesamtsituation laufend zu analysieren und den präventiven Handlungsbedarf, der sich daraus ergibt, zu beurteilen.


Informations- und Öffentlichkeitsarbeit

Von den sexuell übertragbaren Infektionen streift speziell AIDS immer wieder Tabuzonen. Damit die Ausgrenzung der Thematik und der davon betroffenen Menschen verhindert wird, bedarf es der öffentlichen Information. Ebenso müssen die Interessen der von der Infektion betroffenen Menschen öffentlich vertreten werden. Diese Zielsetzung wird bereits durch nationale Aktivitäten des Bundesamtes für Gesundheit und der AIDS-Hilfe Schweiz verfolgt. Die nationalen Informationskampagnen müssen jedoch durch regionale und kantonale Aktionen unterstützt und ergänzt werden, damit die Region vom Themenfeld verstärkt angesprochen wird. Mit Hilfe einer regional ausgerichteten Medienarbeit, unserer Website sowie in den Social Media setzen wir uns zum Ziel, alle am Thema interessierten Personen und vor allem MultiplikatorInnen differenziert über die aktuellen Entwicklungen zu informieren und dafür zu motivieren, eigene Präventionsaktivitäten in ihrem Berufsfeld zu entfalten.


Kundenorientierte agogische Bildungsarbeit und Prävention

Die Information der Gesamtbevölkerung durch nationale Kampagnen und die Medienarbeit der AIDS-Hilfe Schweiz bilden das allgemeine Informationsfundament unserer regionalen zielgruppenspezifischen Präventionsarbeit. Wir richten unsere Tätigkeit in der agogischen Bildungsarbeit speziell auf die sich verändernden Bedürfnisse der Zielgruppen aus. So werden jeweils jene sozialen Gruppen gestützt, die nach aktuellem Wissensstand hinsichtlich sexuell übertragbarer Infektionen als besonders gefährdet gelten. Auf der anderen Seite werden jene Bevölkerungsgruppen angesprochen, bei denen eine Vertiefung der Information und die Auseinandersetzung mit dem Thema „Sexuelle Gesundheit“ besonders angezeigt sind. Um mit unseren beschränkten Ressourcen eine möglichst breite Wirkung zu erzielen, arbeiten wir in dieser Kernaufgabe soweit wie möglich mit Multiplikator_innen zusammen. Dieser multiplikatorische Effekt kann mit Hilfe verschiedener Massnahmen erreicht werden: durch gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote, durch soezifische Präventions-Tools für Verantwortliche in der Bildungsarbeit, durch direkte Aktionen und Projekte in bestimmten sozialen Gruppen/Settings und durch gezielte Abgabe von Informations- und Unterrichtsmaterialien.


Persönliche Prävention und Beratung

Die persönliche Prävention und Beratung richtet sich an all jene Personen, die sich vermeintlich oder tatsächlich in eine Risikosituation hinsichtlich sexuell übertragbarer Infektionen begeben haben. Die individuelle Prävention und Beratung ist bedeutsam, weil in solchen Situationen das Problembewusstsein besonders wichtig ist, damit die Infektion nicht an andere Personen weitergegeben werden. Wir nutzen dazu  mediale Möglichkeiten ebenso wie persönliche Kontakte.


Unterstützung von Menschen mit sexuell übertragbaren Infektionen

Ergänzend zur medizinischen Behandlung wirkt sich ein fachlich hochstehendes Angebot an psychosozialer Beratung und Begleitung positiv auf den gesundheitlichen Zustand der Menschen mit sexuell übertragbaren Infektionen – speziell auch bei einer HIV-Infektion – aus. Da wir als spezialisierte Fachstelle für die gesamte Region St. Gallen-Appenzell unmöglich eine genügend intensive und geografisch dezentrale Sozialberatung anbieten können, konzentrieren wir uns vor allem auf die Unterstützung und Beratung der dezentral tätigen Institutionen im Sozialbereich. Wir stützen uns hier auch auf die Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden, wie sie im Leitbild Gesundheit des Kantons St. Gallen umschrieben ist. Unser Konzept sieht dabei vor allem folgende Angebote vor:

Fachlicher Support der dezentral tätigen sozialen Organisationen;

Aus- und Weiterbildung sowie periodische Information der Fachpersonen über die aktuelle Entwicklung im Bereich „Sexuelle Gesundheit und sexuell übertragbare Infektionen“;

Einbezug der direkt betroffenen Menschen in die Präventionsarbeit;

Finanzielle Unterstützung durch verbandseigene Fonds auf nationaler und regionaler Ebene;

Unterstützung von Selbsthilfebestrebungen;


Dokumentation und Informationsmaterial

Wir unterhalten und betreuen eine Dokumentationsstelle, die vor allem regionale Informationen und Daten sammelt. In dieses Aufgabengebiet gehört der Unterhalt einer kleinen Mediothek mit Fachliteratur, Filmen und Fachstudien und der Vertrieb von Präventionsunterlagen und Unterrichtsmaterialien in kleinen Mengen. Grosse Bestellungen von Material können direkt bei der Aids-Hilfe Schweiz bestellt werden: www.aids.ch. .

Qualitätssicherung

  1. Wir erbringen unsere Dienstleistungen gemäss den Zielsetzungen des Leitbildes und der operativen Jahresplanung zielgruppenangepasst und effektiv. Effektiv heisst für uns, Aktionen und Projekte so zu planen und zu realisieren, dass die Botschaften klar, greifbar und verständlich sind und der Hauptteil der jeweiligen Projektzeit den Zielgruppen direkt zur Verfügung steht.
  2. Unsere Leitsätze in der Qualitätspolitik heissen:
    – Wissen, was ethisch richtiges Handeln ist.
    – Wissen, was wirksam ist.
    – Das tun, was angebracht ist.
    – Was angebracht ist, wirtschaftlich erbringen.
  3. Qualitativ hochstehende Facharbeit zeichnet sich für uns durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Innovation, Initialisierung, Planung, Realisierung und Evaluation aus. Qualität entsteht für uns als Arbeitsresultat von qualifizierten, motivierten und partnerschaftlich eingestellten Mitarbeiter_innen.
  4. Diese Grundsätze der Qualitätspolitik werden laufend überprüft, hinterfragt und im Arbeitsalltag integriert.
 

Begriffserklärung

Gesundheitsvorsorge
Leitbild Gesundheit des Kantons St. Gallen (Auszug Seite 19 und 21)

Seite 19: Der Gesundheitsvorsorge kommt im Rahmen einer umfassenden Gesundheitspolitik ein bedeutender Stellenwert zu. In Übereinstimmung mit dem in den letzten Jahren erweiterten Gesundheitsbegriff beschränkt sie sich nicht auf die Verhütung von Krankheiten, sondern setzt sich als zusätzliches Ziel die aktive Förderung der Gesundheit. (….) Entsprechend umfassend sind auch die Ansätze der Prävention.

Entsprechend den Ursachen für die Entstehung von Krankheit, die sowohl beim einzelnen wie auch in der Umwelt liegen können, unterscheidet sie zwischen personenbezogenen und Struktur bezogenen Ansätzen:Die Ansätze der PräventionAuf die Person bezogen (Individuum oder Gruppe)Auf die Struktur bezogen (ökologische, technische und soziale Umwelt)Mit dem Ziel: Förderung der Gesundheit“ Förderung der allgemeinen HandlungskompetenzVerbesserung der allgemeinen LebensbedingungenMit dem Ziel: „Vermeidung von Krankheiten“Information über spezifische GesundheitsrisikenPolitische und gesetzgeberische MassnahmenSeite 21: Das Gesundheitswesen steht nicht in der alleinigen Zuständigkeit des Kantons. Gemeinde und Private werden in der Leistungserbringung miteinbezogen. Die Aufgabenteilung zwischen dem Kanton und den Gemeinden stützt sich ab auf gesetzliche Bestimmungen.


Sexuelle Gesundheit
(siehe auch Definition auf der Titelseite des Leitbildes)

Sexuelle Gesundheit (Sexual Health) ist im engeren Sinn zuerst einmal Vermeidung von sexuell übertragbaren Krankheiten, doch sexuelle Gesundheit bedeutet mehr.

Wir leiten unser Verständnis von „sexueller Gesundheit“ ab von der allgemeinen Definition „Gesundheit“, wie sie im Leitbild Gesundheit des Kantons St. Gallen umschrieben ist.

Sexualität ist ein essentieller Ausdruck des Menschen. Sexuelle Gesundheit beinhaltet auch die Aussage „Sexualität gesund leben zu können“. Dies wiederum bedeutet, dass uns die sexuellen Bedürfnisse und Wünsche bewusst sind und wir sie souverän und selbstverantwortlich im Einverständnis mit einer anderen Person geniessen können.


Sexuell übertragbare Infektionen (STI)
Sexuell übertragbare Krankheiten sind Krankheiten, die durch ungeschützen Geschlechtsverkehr übertragen werden. Sie werden in der Fachwelt meist mit dem Kürzel „STD“ bezeichnet. Es gibt rund ein Dutzend mehr oder weniger ernsthafte sexuell übertragbare Krankheiten. Bei allen Übertragungen sollte der Arzt konsultiert werden. Die meisten STD’s können sehr wirksam medikamentös behandelt werden. Die HIV-Infektion ist die schwerwiegendste Krankheit. Sie ist heute zwar behandelbar, jedoch nicht heilbar.


Agogisch handeln
Agogisch handeln bedeutet methodisch-didaktisch geschicktes Handeln in allen Lebensbereichen, in denen es um Wissens- und Kenntnisvermittlung geht mit dem Ziel, die soziale Kompetenz zu verbessern.


Agogik
Der griechische Begriff ist seit langem in der Musiklehre gebräuchlich und meint dort das richtige Tempo bei Musikstücken. Verwandt mit dieser ursprünglichen Bedeutung des richtigen Tempos ist die heutige Begriffsanwendung in den Sozialwissenschaften.

Agogik ist ein Sammelbegriff für die Lehre über das professionelle Leiten und Begleiten von Menschen mit dem Ziel, ihre soziale Kompetenz zu erhöhen. Soziale Kompetenz beinhaltet verschiedene Aspekte wie Entscheidungsfähigkeit, Realisierungsfähigkeit, Führungsfähigkeit, Kontaktfreudigkeit, Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Stressbewältigung und Konfliktbewältigung.

Populäre Begriffe in Verbindung mit dem Wort Agogik sind beispielsweise Pädagogik (bei Kindern und Jugendlichen), Andragogik (Erwachsenenbildung) oder Gerontagogik (bei älteren Menschen).


multiplikatorisch
Das Wort leitet sich vom mathematischen Begriff der Multiplikation ab. Mulitplikatorisch handeln, bedeutet, bei Aktionen und Projekten sich auf Menschen konzentrieren, die als MultiplikatorInnen in der Lage sind, die erworbenen Kenntnisse und Informationen wiederum an eine grössere Gruppe weiterzugeben. Auf diese Weise wird eine multiplikatorische Wirkung erzielt. Ein klassisches Beispiel für solche MultiplikatorInnen sind die Lehrkräfte auf allen Stufen.


vulnerabel
Der vor allem in der Medizin häufig gebrauchte Begriff bedeutet „verletzlich“ oder „verwundbar“. In der präventiv tätigen Facharbeit wird vor allem von „vulnerablen Gruppen“ gesprochen. Dies sind Gruppierungen, die besonders gefährdet sind, sich im Bereich der sexuell übertragbaren Krankheiten riskant zu verhalten.